Rückblick Niederlande 2019

Pfauchi, das MaskottchenNun, es war lange ruhig auf dieser Seite. Etwas zu ruhig. Wir sind bereits im 8. Durchgang des Projekts angekommen und der Auslandsaufenthalt der Teilnehmenden neigt sich dem Ende zu. Auf dem Bild seht ihr Pfauchi, unser „Maskottchen“ für die Zeit.

Und Merve versucht nun die zwei Monate in den Niederlanden in Worte zu fassen:

Das hier ist also der Blogeintrag über die AMA- Gruppe Ende 2019. Gut. Und wie fange ich jetzt an? Wie kann ich eigentlich all die schönen Momente, die wir hatten so nacherzählen, sodass ich ihnen gerecht werde?

Am Besten stelle ich euch erst einmal alle vor. Ich erinnere mich an das Wort „flauschig“ geprägt von Shary. An Sophias witzige Grimassen. An Marcs Apache Musik, die wir alle irgendwann unglaublich Leid waren. An Indras lange Gelnängel. An Sammys schwarze Locken. Ich erinnere mich daran, wie Deniz immer die Treppen runter gepoltert ist. Daran, wie Dean einfach immer Hunger hatte, ganz egal wie viel er gegessen hatte. Und ich erinnere mich an meine Plüschpantoffeln, mit denen ich immer durch das gesamte Haus geschlurft bin. Ich erinnere mich an unser Lachen, das immer durch das gesamte Haus schallte, weil die Wände quasi aus Papier waren.

Ich erinnere mich an unsere Tränen, die wir miteinander teilten, wenn es einem von uns schlecht ging. Ich erinnere mich an jedes einzelne tiefgründige Gespräch, das wir führten und an alle sinnlosen aber witzigen Konversationen. An Zuneigung, an Verständnis, an Streit, an Wut, an Trauer, an Liebe, an Wärme. Und natürlich erinnere ich mich an den SB. Das Haus, das wir Schutzbunker getauft haben, unser Zuhause.

Nur kurz zur Aufklärung: anfänglich haben wir es aus Ironie so genannt, da ein Schutzbunker einen sehr sicheren Ort beschreibt, man in unserem Haus die Hintertür jedoch nicht abschließen konnte, was das Ganze alles Andere als sicher machte. (Es wurde schnell repariert ;)) Aber im Laufe der Zeit hat sich dieser Ort irgendwie doch zu einer Art Schutz entwickelt. Und an dieser Stelle würde ich gerne Deniz zitieren, der den SB als Zuhause betitelt hat, der uns Schutz bietet, Wärme und Nahrung. Und wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich es nicht besser beschreiben können. Ich kann nicht genau sagen, was das Schlüsselereignis war, das uns alle geprägt hat, aber ich weiß, dass wir alle was dazu gelernt haben. Vielleicht ist es die Tatsache, dass wir miteinander auskommen mussten, oder dass wir Kompromisse eingehen mussten. Vielleicht ist es auch die neue Arbeitsroutine gewesen. Aber was ich genau sagen kann ist, dass wir uns alle lieb gewonnen haben und ich glaube, uns acht wird, egal wer sich schon vorher verabschieden musste, immer was Besonderes verbinden. Wir haben uns schließlich unseren eigenen Schutzbunker geschaffen und das kann nicht jeder von sich behaupten.